Was Garvin über Qualität sagt

Umfrageergebnisse zeigen es: Für qualitativ hochwertige Lebensmittel ist der Verbraucher bereit, mehr zu bezahlen. Aber was sind qualitativ hochwertige Lebensmittel? Und was ist überhaupt Qualität? In der ISO 9000:2005 ist Qualität definiert als: „Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt.“ Sicherlich eine Definition, die mehr Fragen aufwirft, als das sie sie beantwortet.

Der Versuch, Qualität zu definieren, ist schon vielfach und von vielen unternommen worden. Ein auch heute noch vielzitierter Versuch stammt vom nordamerikanischen Wissenschaftler David A. Garvin. Er hat 5 zentrale Sichtweisen auf Qualität beschrieben, die hier nachfolgend vorgestellt werden:

  • Die transzendente Sichtweise der Philosophie: Die Kernaussage ist, Qualität als solche kann nicht definiert werden. Erst Erfahrungen und Vergleiche machen Qualitätsaussagen möglich. Dieser Ansatz ist vor allem dann problematisch, wenn keine Erfahrungswerte  vorliegen, z. B. bei Produktinnovationen.
  • Die produktbasierte Sichtweise der Ökonomie: Bezogen auf das Produkt ist dieser Ansatz schon konkreter. Er geht davon aus, dass Qualität sich mit genau messbaren Variablen definieren lässt. Ein “Mehr” einer Eigenschaft ist dabei immer auch ein “Mehr” an Qualität. Der Fruchtgehalt in deiner Marmelade könnte so ein Parameter sein: Je mehr Früchte desto hochwertiger. Allerdings vernachlässigt dieser Ansatz, dass es bestimmte Vorlieben gibt. Während einer Diät werde ich den Fettgehalt einer Buttercreme bestimmt anders bewerten als nach einem ausgedehnten Spaziergang im Herbst.
  • Die nutzerbasierte Sichtweise der Ökonomie, des Marketings und des Operations Managements: Dieser Ansatz trägt den Vorlieben der Verbraucher Rechnung und besagt: Das Produkt mit dem höchsten Nutzen ist qualitativ am besten. Das Problem hierbei ist die Frage: Was nutzt dem Verbraucher? Besonders für die Produktentwicklung ist das ein Problem, da die nutzenstiftenden Anforderungen an die Produkte weit gestreut sind. Produktinnovationen müssen daher möglichst den Geschmack/Nutzen einer breiten Masse treffen, um erfolgreich zu sein. Aus diesem Grund hat die Marktforschung oftmals einen so hohen Stellenwert.
  • Die herstellerbasierte Sichtweise: Hier schaut der Einkäufer auf seine Lieferanten. Er spricht dann von Qualität, wenn die gelieferten Rohstoffe mit senen vorgegebenen Anforderungen übereinstimmen. Dieser Ansatz kommt der eingangs zitierten ISO-Norm am nächsten. Dort wo die Anforderungsmerkmale leicht messbar sind (Proteingehalt, Wassergehalt etc.) ist die Qualitätskontrolle kein Problem. Jedoch bei Vertrauenseigenschaften, die oft nicht oder nur schwer am Endprodukt nachweisbar sind (wie zum Beispiel eine artgerechte Tierhaltung oder eine ökologische und regionale Erzeugung von Lebensmitteln), ergeben sich häufig Schwierigkeiten. Das wirkt sich auch auf die Kommunikation der Qualitätsmerkmale aus.
  • Die wertbasierte Sichtweise des Operations Management: Diese Sichtweise legt seinen Schwerpunkt in erster Linie auf ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis, frei nach dem Motto „Qualität hat seinen Preis!“ (“Wat nix kostet, dat ist auch nix!”)

Soweit die fünf Betrachtungsweisen. Fazit: Die Zusammenstellung von Garvin zeigt vor allem eins, Qualität ist ein vielschichtiger Begriff, bei dem es auf den Blickwinkel ankommt. Wer also mit Qualität werben will, muss das berücksichtigen. Wenn Kunden Qualität nicht wahrnehmen können, bliebt ihre Geldbeutel zu. Allen Umfragen zum trotz.

Literatur: Garvin D. A. (1984), What Does Product Quality Really Mean?, Sloan Management Review, 26:1, S. 25 -43

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Das Risiko nicht scheuen

Ob die Ernte gut, durchschnittlich oder ganz ausfällt, kann bei der Aussaat niemand vorhersagen. Zu groß sind die Unsicherheiten. Aber deswegen auf die Aussaat verzichten? Wer nichts sät, wird nichts ernten. Wer sich nur mit Risiken beschäftigt, wird seine Chancen nicht nutzen.

Wer in diesen Tagen die Nachrichten verfolgt und die Zeitung aufschlägt, kann jedoch leicht den Eindruck gewinnen, dass die Risiken überwiegen. Wo sind nur die Chancen? Ob nun Euro-Krise, Wetterkapriolen, Schweinepreise oder Futterkosten: überall nur Risiken und Herausforderungen. Diesen muss man sich stellen und sie meistern. Unternehmer wissen das.

Wer sich mit dem Management von Risiko befasst, muss das nicht unbedingt nur aus betrieblicher Sicht tun, sondern kann Risiko auch mit der Brille eines Agrarpolitikers betrachten. Die Experten auf dem Jahreskongress des Verbandes Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) in Speyer haben das getan und Antworten auf die Frage: „Spezialisierte Landwirtschaft – Risiko oder Chance?“ gesucht.

Dazu erschien eine Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums Rheinland-Pfalz, in der Landwirtschafts-Staatssekretär Dr. Thomas Griese zitiert wird. Darin fordert er „den Aufbau betrieblicher Kooperationen, um die Verbindungen zu vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen in der Region zu stärken und um größere Teile der Wertschöpfungsketten in den Regionen zu halten.“ Damit ist er nicht alleine. Regionale Wertschöpfungsketten und die ländlichen Räume, stehen seit längerem schon auf der politischen Agenda. Aber damit die Vorhaben gelingen, müssen alle dran arbeiten: Politik und Unternehmen.

Die Politik kann Rahmenbedingungen schaffen, die Kooperationen und regionale Wertschöpfungsketten fördern. Umsetzen müssen das jedoch die Unternehmen. Hier zähglt deren Innovationskraft. Dort wo die Mittel dafür fehlen, muss die Politik sie zur Verfügung stellen. Dadurch wird die Entwicklung von Innovationen angeschoben und deren Entwicklungsrisiken gesenkt. Die Chancen, die sich aus den Innovationen ergeben können, müssen die Unternehmen jedoch ergreifen. Das tut dem ländlichen Raum gut. Voraussetzung dafür ist jedoch unternehmerischer Mut und ein strukturiertes Innovationsmanagement in den Betrieben, bzw. der Wille bei der Entwicklung von Innovationen zu kooperieren. 

Übrigens, wer sich für Vorträge auf dem VDLUFA-Kongress interessiert, kann hier die Kurzfassungen herunterladen: VDLUFA-Kongress-Referate (ca. 2,5 MB)

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Ein prall gefüllter Korb

Ein gut gefüllter Korb
Unser Rheinland Korb

Wer ”einen Korb bekommt” ärgert sich in der Regel. Wer einen Rheinland Korb bekommt, der kann sich freuen über frische und leckere Produkte aus der Region. Das versprechen jedenfalls die Unternehmer, die den Rheinlandkorb mit ihren Produkten füllen.

Bäckermeister Frank Blesgen von der Bäckerei Blesgen aus Ittenbach, Fleischermeister Hielscher vom Fleischer-Fachgeschäft Hielscher aus Sankt Augustin und der Obst- und Gemüsehändler Manfred Rademacher von Mango aus Bonn haben sich zusammen getan, um gemeinsam gesunde und leckere Produkte aus der Region zu vermarkten. Dennoch, wer möchte, kann aber auch z. B. Ananas und Melonen dazu buchen.

Wer seinen eigenen Rheinland Korb füllen lassen möchte, kann das im Internet tun. Auf der Webseite http://www.rheinlandkorb.de im Online Shop. Dort kann man bequem eine Bestellung aufgeben. Natürlich kann man aber auch ganz einfach telefonisch seine Wünsche äußern.

Das haben wir gemacht und gestern kam die erste Lieferung (siehe Foto). Die Produkte waren allesamt einwandfrei und frisch als sie bei uns ankamen. Preislich liegen sie im Rahmen. Wir sind mit der ersten Lieferung sehr zufrienden!

Allerdings, eine Kooperation, die im Internet Lebensmittel anbietet, sollte sich dort auch gut präsentieren. Wer verspricht, den Baum zu kennen, von dem die Äpfel kommen, sollte dieses Versprechen bereits im Internet einlösen. Darüber erfährt der Nutzer aber leider nichts!

Aber vielleicht ist das in diesem Fall gar nicht so wichtig: Schließlich haben die Partner etwas, das andere Unternehmen sich erst langsam aufbauen müssen: Eine Tradition und einen festen Anker in der Region. Und sie genießen Vertrauen. Das ist mehr wert als ein schriller Internetauftritt. Aber dennoch: etwas bunter und aussagekräftiger dürfte es schon sein. Aber was nicht ist, kann noch werden.

Ich wünsche den Machern vom Rheinland Korb auf alle Fälle weiterhin viel Erfolg für die Zukunft und uns weiterhin gut gefüllte Körbe mit frischen und leckeren Produkten aus der Region.

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Wordless Wednesday #3

Die Gerste ist schon gedroschen

Die Gerste ist schon gedroschen

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