
Ich will Milch-Blogs!
Blogger und Blogs sind inzwischen ein fester Bestandteil des Internets. Die Vielfalt ihrer Themen ist dabei unbegrenzt. Dabei bildet die Agrar- und Ernährungswirtschaft keine Ausnahme. Ein Beispiel liefert der Weinsektor. Als Ergebnis einer Umfrage kommt Blogautor Michael W. Pleitgen von der Weinakademie Berlin zu dem Schluss, dass Weinblogs eine große Reichweite erzielen und professionell organisiert sind. Einige Weinblog-Autoren betreiben ihre Blogs hautpberuftlich, andere teilweise beruflich und einige Blogger haben ausschließlich private Interessen.
Mit der Reichweite ihrer Veröffentlichungen beeinflussen Blogger bewusst oder unbewusst auch Einstellungen von Zielgruppen. Weinexperten sollten durchaus in der Lage sein, mit wenigen Informationen, wie Rebsorte, Anbauregion oder Winzer, einen Rückschluss auf die Qualität und den Geschmack eines Weines ziehen können. Dem interessierten Laien gelingt das in der Regel nicht. Eine Empfehlung oder eine schlechte Kritik vom einen Wein-Blogger kann sich daher positiv oder negativ auf Kaufentscheidungen auswirken.
Mit ihren Beiträgen tragen Weinblogger indirekt auch zur Qualitätskommunikation bei, weil sie helfen, Informationslücken zu schließen, d. h. Informationsasymmetrien abzubauen. Denn der unschlüssige Käufer kennt den Geschmack des beschriebenen Weines ja noch nicht.
Während sich der Weinsektor noch recht gut abgrenzen lässt und Weine als Genussmittel gesehen werden, wird die Landwirtschaft und die nachgelagerte Ernährungswirtschaft anders wahrgenommen. Sie spielt eine wesentlich größere Rolle in der Gesellschaft. Deshalb steht sich auch unter besonderer Beobachtung.
Gentechnik, Pestizidrückstände, Gammelfleisch und Nachhaltigkeit. Diese Themen werden nicht mehr nur in den klassischen Medien diskutiert, sondern auch im Internet. Wer dabei am lautesten ruft, wird am besten gehört.
Deshalb drängt sich zunehmend die Frage auf, ob die Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft darauf bereits angemessen reagieren. Zweifel sind angebracht, aber vielleich bewegt sich ja was, und wir sehen in Zukunft neben den Wein- und Winzerblogs immer mehr auch Steak-Blogs, Kräuter-aus-Deutschland-Blogs oder Milch-Blogs.
Ich freu mich darauf.



