Der Online-Dienst Twitter ist nach wie vor in aller Munde und wird leidenschaftlich diskutiert. Eine Diskussion in der Gruppe „Agrarmarketing“ auf Xing hat mich deshalb zu dieser kleinen vierteiligen Serie über Twitter bewogen. In diesem ersten Teil der Serie geht es um die Entwicklung und Nutzung von Twitter im Allgemeinen. Der Beitrag ist als Einstieg gedacht für diejenigen, die bisher noch nicht mit Twitter in Berührung gekommen sind. In den nachfolgenden Beiträgen will ich dann mehr über Besonderheiten und Einsatzmöglichkeiten von Twitter für das Agrarmarketing, die Landwirtschaft, das Agribusiness oder die Ernährungswirtschaft berichten.
Twitter ist als Dienst gestartet mit der Frage: „Was machst Du gerade?“ Aber darüber ist Twitter eigentlich längst hinweg. Twitter und “twittern” (“zwitschern”) sind heute mehr als das. Längst geht es beim twittern nicht mehr nur darum, der Welt mitzuteilen, was man gerade macht (z. B. „Bauer mit eigener Landwirtschaft sucht Frau!“). Heute geht es um nichts weniger als das, was gerade in Welt passiert. Revolution im Iran? Twitter hat alle Info-Quellen. Erdbeben in Haiti? Mit Twitter weiß man Bescheid. Stichwort „Milchpreis“? Einfach Twitter fragen! Sogar Jobsuchende können bei Twitter fündig werden, weil Unternehmen zunehmend auch Jobangebote twittern.
Weil es mit Twitter so leicht ist, kurze Botschaften (Tweets) im Internet zu verbreiten, ist der Dienst schnell gewachsen und hat eine große Fangemeinde gefunden. Das Marktforschungsunternehmen Nielsen Media Research hat für den Monat Juni 2009 im Rahmen ihrer Nutzerstatistik für Twitter etwa 1,8 Mio. Nettonutzer ermittelt. Nutzer also, die den Dienst mindestens einmal im Monat anklicken. Mittlerweile dürfte die Zahl weitaus höher liegen. Neuere Studien berichten jedoch, dass die Zeit der großen Wachstumszahlen für Twitter vorbei ist.
Jeder, der meint, etwas Interessantes loswerden zu müssen, kommuniziert das mit maximal 140 Zeichen über Twitter. Dabei ist man nicht einmal mehr auf den PC beschränkt. Mithilfe mobiler Anwendungen wird auch das Handy zur Zwitschermaschine. So kann Twitter zum Beispiel auch zum Verkehrsservice werden („Achtung A3 : 12km Stau am Kreuz Heumar wg. Unfall“).
Wer einen Tweet interessant findet, kann dem Urheber folgen und wird dadurch zum „Follower“ (Folger) dieses Nutzers. Besonders prominente Personen der Zeitgeschichte haben es dabei leicht, viele Follower um sich zu versammeln. Wer aber nun losgeht und wahllos Follower sammelt und jedem anderen Nutzer und jeder anderen Nutzerin selber folgt, kann auch als „Twitter Whore“ (frei übersetzt etwa „Twitter-Schlampe“) bezeichnet werden. Dazu gibt es auf Youtube von Lisa Nova ein schönes aber etwas überdrehtes Video, das schon mehr als 1,8 Million mal aufgerufen wurde.
Was beim twittern zu beachten ist, darüber handelt der nächste Betrag.




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