Neues EU-Biosiegel gewählt

Bio-Logo 2010 (Quelle: EU)

Bio-Logo 2010 (Quelle: EU)

In der vergangenen Woche hat die Europäische Kommission das neue EU-Biosiegel vorgestellt. Vorangegangen war ein Designwettbewerb, bei dem aus rund 3.500 Vorschlägen drei Entwürfe ausgewählt wurden, über die im Internet abgestimmt werden konnte. Nach Angaben der Kommission hätten rund 160.000 Personen ihre Stimme für das jetzt vorgestellte Logo gegeben. Das Logo hat die Form eines Blattes, das aus den EU-Sternen gebildet wird. Die Botschaft lautet: „Natur und Europa“.

Ab dem 1. Juli 2010 ist die Verwendung dieses neuen Bio-Logos für alle verpackten Bioprodukte, die in der EU hergestellt wurden und die die notwendigen Normen erfüllen, verbindlich vorgeschrieben. Private, regionale oder nationale Logos dürfen aber weiterhin neben dem EU-Bio-Logo abgebildet werden. Damit darf auch das deutsche Öko-Logo weiterhin verwendet werden.

Was bei der Verwendung des neuen Bio-Logos zu beachten ist, kann auf der Internetseite “bio-siegel.de” nachgelesen werden. Auf dieser Seite sind auch zahlreiche Informationen für Verbraucher und für die Nutzer des deutschen Öko-Siegels zusammengestellt worden. Es finden sich Links zu einschlägigen Verordnungen und Gesetzen sowie Hintergrundinformationen zu den Öko-Siegeln.

Wer sich darüber hinaus für den biologischen Landbau auf europäischer Ebene informieren möchte, dem sei die Seite „Ökologische Landwirtschaft der EU“ empfohlen. Die Webseite ist ein Angebot der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission. Sie soll zwar in erster Linie Konsumenten ansprechen, um das Bewusstsein für eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft zu steigern, aber auch Unternehmen und Interessensvertreter können auf der Seite fündig werden. Es werden u. a. verschiedene Marketingmaterialien zum Download bereitgestellt.

Ob das Agrarmarketing vom neuen Siegel profitieren kann, hängt im Wesentlichen vom Bekanntheitsgrad des Logos ab und vom Vertrauen der Konsumenten in das Siegel. Ob die obligatorische Verwendung des Logos für den Marketing-Erfolg allerdings hilfreich ist, bleibt erst einmal fraglich, denn eine gezielte Produktdifferenzierung mit dem Einheits-Logo ist nur bedingt möglich. Für die produktbezogene Differenzierung spielen daher Produktherkünfte und Herstellungsprozesse eine wesentliche größere Rolle. Differenzierungspotenziale also, die auch von den Produzenten und Erzeugern konventioneller Produkte für das Marketing genutzt werden können.

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