Die EU setzt sich wieder Ziele, die sie konsequent umsetzen will. Unter dem Titel „Europa 2020“ bzw. „EU 2020 Strategie“ hat Kommissionspräsident Barroso die Schwerpunkte des Programms für die kommenden Jahre zusammengefasst. Dabei stehen Europas Erholung von der Krise und der beschleunigte Übergang zu einer grünen und wissensbasierten Marktwirtschaft im Mittelpunkt seiner Ausführungen. EU 2020 basiert im Wesentlichen auf drei Säulen:
- Wachstum auf der Grundlage von Wissen und Innovation
- Eine integrative Gesellschaft mit hoher Beschäftigung
- Umweltfreundliches Wachstum: wettbewerbsfähige und nachhaltige Wirtschaft
Stichworte wie Innovation, Bildung, Digitale Gesellschaft, Beschäftigung, Klimawandel, Wettbewerbsfähigkeit und saubere und effiziente Energie umreißen dabei die Handlungsfelder. Eine weitere Ausarbeitung der EU 2020 Strategie soll noch im März vor dem Frühjahrsgipfel des Europäischen Rates vorliegen.
Mit der Ausrichtung der EU 2020 Strategie bekommen auch Begriffe wie „wissensbasierte Bio-Ökonomie“ (engl.: “Knowledge-Based Bio-Economy” (KBBE)) oder „bio-basierte Ökonomie“ (engl.: bio-based Economy) möglicherweise wieder eine größere Bedeutung. Schließlich ist es der Kommission nicht verborgen geblieben, dass gerade die Agrar- und Ernährungsindustrie in diesen Bereichen eine zentrale Rolle spielt. Und offensichtlich gibt es auch in diesen Bereichen soziale und ökonomische Herausforderungen, denen man sich nicht entziehen darf.
Vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung und derAbnahme geeigneter Flächen für die Lebensmittelproduktion ist die Steigerung der Produktivität in den Wertschöpfungsketten von zentraler Bedeutung. Dazu zählt nicht nur die Maximierung von Ertragspotentialen, sondern auch die Vermeidung von Ertragsverlusten durch Verderb oder Verschwendung. Hier spielen stufen- und kettenübergreifende Lösungsansätze unter Einbindung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) eine große Rolle, damit Ressourcen effizient genutzt werden können. Das unterstützt auch die Forderungen nach Öko-Effizienz und Nachhaltigkeit. Ein weiteres Feld der Anstrengungen der Bio-Ökonomie umfasst die Ernährung und die Gesundheit in Europa.
Die Kommission hat auch erkannt, dass die Voraussetzungen für die Lösung der Probleme durch Anstrengungen in der Wissenschaft geschaffen werden. Diese Anstrengungen müssen allerdings finanziert werden. Neue Forschungsprogramme müssen dafür aufgelegt werden. Es bleibt zu hoffen, dass dafür Geld da ist. Die Handlungsspielräume sind sicherlich nicht sehr groß.
Doch die Forschung darf nicht zum Selbstzweck werden. Die Ergebnisse müssen auch die Praxis erreichen. Grade hier sind Anstrengungen notwendig, damit auch die kleinen und mittleren Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft ohne eigene Forschungsabteilungen von den Forschungsergebnissen profitieren. Das ist die wirkliche Herausforderung, damit alle, die es betrifft, an der wissensbasierten Bioökonomie teilnehmen können.
Wenn dies gelingt, trägt die Agrar- und Ernährungswirtschaft umso mehr zu den eingangs genannten Zielen der Strategie EU 2020 bei.
Auf geht’s!



