Mehr Websites für die Kleinen?

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Für große Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft ist sie fast selbstverständlich, viele kleinere und mittlere haben auch eine und manche Unternehmer denken seit langem über sie nach: die eigene Firmen-Homepage bzw. Firmen-Website. Doch wie sinnvoll ist eine eigene Website für kleinere und mittlere Unternehmen? Lohnt sich eine eigene Websitet überhaupt? 

Rechtzeitig zur CEBIT in Hannover hat das statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung Zahlen zu Online-Verkäufen im Internet veröffentlicht. Demnach haben etwas mehr als 11 Prozent aller Unternehmen in Deutschland 2008 ihre Produkte oder Dienstleistungen auch über das Internet oder andere computergestützte Netzwerke verkauft. Die Beteiligung der Unternehmen am Online-Handel wächst allerdings seit einigen Jahren nicht mehr, sondern stagniert eher auf diesem Niveau.

Insbesondere die kleinen Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern nutzen den elektronischen Vertriebsweg nur wenig. Hier nutzen nur 11 Prozent das Netz für ihre Verkäufe.

Im Bericht „Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie in Unternehmen“ des statistischen Bundesamtes (zum Bericht hier) gibt es zur Internetnutzung noch mehr Zahlen. Danach haben 46 Prozent der Betriebe des verarbeitenden Gewerbes, die Nahrungsmittel, Futtermittel oder Getränke herstellen bzw. Tabak verarbeiten eine eigene Website. Davon haben 38 Prozent der Unternehmen mit bis zu neun Beschäftigen eine eigene Website und bei den Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten haben 90 Prozent eine eigene Website.

Im Gastgewerbe sieht es dagegen etwas anders aus. Hier haben durchschnittlich rund 72 Prozent aller Betriebe eine eigene Website (Beherbergung: 96 Prozent, Gastronomie: 56 Prozent).

Auffällig ist auch hier, dass nur wenige von den kleinen Unternehmen des Gastgewerbes mit bis zu neun Beschäftigten auf eine eigene Internetpräsenz setzen (56 Prozent). Woran kann das liegen? Lohnt sich eine eigene Website für viele kleine Unternehmen nicht und macht sie daher keinen Sinn?

Die Fragen nach dem Sinn oder Unsinn eines Webauftritts lassen sich sicherlich nicht pauschal mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten, sondern vielmehr mit: „Das kommt darauf an!“. Es kommt nämlich im Wesentlichen darauf an, was man mit einer Website erreichen will und wer etwas mit einer Website ereichen will.

Zunächst einmal stellt die eigene Website nur ein Kommunikationsmittel unter anderen dar. Wer also nichts zu sagen hat, braucht auch keine eigene Website!

Wer allerdings etwas zu sagen hat, kann sich mit der eigenen Website viele Ziele setzen. Mögliche Ziele sind dabei aber nicht nur auf den Bereich Neukundengewinnung begrenzt, sondern können sich beispielsweise auch auf die Bereiche ImageverbesserungSteigerung des Bekanntheitsgrads, Schaffung von Vertrauen oder auf die Kommunikation von Qualität (Qualitätskommunikation) beziehen.

Eine eigene Webseite kann in allen Fällen dazu mehr oder weniger unterstützend beitragen. Dazu bedarf es in jedem Fall jedoch einer geeigneten (Kommunikations-)Strategie und einer gewissen positiven Grundeinstellung gegenüber neuen Medien.

Vielleicht ist aber gerade das der Knackpunkt. Vielleicht ist vielfach einfach keine Zeit im Tagesgeschäft der kleinen Betriebe, um sich um eine eigene Website zu kümmern oder sich mit den Vor- und Nachteilen auseinanderzusetzen. Oder es herrscht (aus Unwissenheit?) einfach eine Abneigung dagegen.

Richtig eingesetzt, sollten aber gerade die kleinen Bertriebe der Agrar- und Ernährungswirtschaft von einer eigener Website profitieren. Den Originalität und Regionalität sind Qualitätseigenschaften, die sich über das Internet sehr gut kommunizieren lassen. Und das sind doch die Wettbewerbsvorteile der kleinen Betriebe, oder?

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