Unternehmerisch im Denken, bäuerlich im Herzen. So steht es im Leitbild des Deutschen Bauernverbandes. Seine Mitglieder haben es in der vergangene Woche auf dem Bauerntag 2011 in Koblenz verabschiedet. Ein Aufbruch in die Zukunft auf der einen Seite, ein Verharren in der Tradition auf der anderen. Ein Widerspruch?
Nur ein kleiner: Ein Verband, der eine ganze Branche vertritt, dessen Mitglieder aber nicht unterschiedlicher sein können, kommt wohl ohne Widersprüche nicht aus. Denn eins ist klar: die Interessen von Viehhaltern, Ackerbauern oder Energiewirten sind vielleicht ähnlich, aber nicht gleich. Das weiß auch der Bauernverband und spricht deshalb von einer „Einheit der Vielfalt“ und erzielt damit wahrscheinlich den Minimalkonsens, der notwendig ist, um alle am besten zu berücksichtigen. Die vielen Facetten der Landwirtschaft haben im Leitbild zunächst nur wenig Raum. Sie müssen woanders Berücksichtigung finden.
In anderen Punkten ist das Leitbild handfester: “Unsere Landwirtschaft in Deutschland ist die Zukunftsbranche…”, heißt es dort. Die Zukunft hängt aber im Wesentlichen auch davon ab, wie gut jeder einzelne Bauer bzw. Landwirt die Herausforderungen für sich und seinen Betrieb meistert. Ob das unternehmerische Denken dafür ausreichend ist, wenn man im Herzen bäuerlich ist?
Dennoch, große Herausforderungen warten auf den Bauernverband. Ich bin gespannt, wie seine Mitglieder dieses Leitbild mit Leben füllen werden. Ich wünsche ihnen dafür viel Erfolg!





